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Bau-Ausschuss am 18.05.2026: Stromtrasse / ehem. Drawe-Haus

Zur Sitzung des Ausschusses für Bauen, Stadtentwicklung, Mobilität und Nachhaltigkeit am 18.05.2026

Die letzte Sitzung des Bau-Ausschusses war gut besucht. Wie die Presse vor und nach der Sitzung berichtete, sollten lokale Politik und Öffentlichkeit frühzeitig über eine mögliche Stromtrasse auf Warburger Gebiet zwischen den Höchstspannungs-Schaltanlagen Würgassen und Twistetal informiert werden. Dazu gleich mehr. In einem weiteren Punkt wurde über den Dachausbau des ehemaligen Drawe-Hauses abgestimmt. Während der vorherige Bau-Ausschuss, noch unter dem alten Stadtrat, den Ausbau aus formalen Gründen mit 11 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt hatte, stimmten diesmal alle dafür. (Zur Erinnerung: Die FDP war im vorherigen Rat nicht vertreten.) Während des Stillstands informierte der Investor die Warburger per Aushang in den leeren Schaufenstern über seine Pläne und deren Ablehnung.

Die Info zur Stromtrasse interessierte viele Besucher. - Eine Anmerkung zur besseren Einordnung: In Deutschland gibt es 866 Stromnetzbetreiber zur Verteilung an die Haushalte, aber nur die 4 Übertragungsnetzbetreiber Amprion, TenneT, Transnet BW und 50Hertz Transmission. Die sind jeweils in ihrer Regelzone per Gesetz als Erfüller staatlicher Aufgaben für ein stabiles Stromnetz verantwortlich. Auf Warburger Gebiet steht bisher keine von deren Höchstspannungsleitungen. Herr Dr. Marco Bräuer von der Firma TenneT informierte Ausschuss und Besucher zu Bedarfsberechnungen, ob eine 380.000 Volt Leitung in Zukunft nötig sein könnte. Um die Ziele zur Klimaneutralität für 2037 und 2045 zu erreichen, muss insbesondere Wind-Energie dezentral und volatil in Stromnetze eingespeist werden können. TenneT berechnet in 3 Szenarien mit A, dem niedrigsten, B, einem mittleren und C, dem höchsten Strombedarf, wie ein Netz zu diesen Zeitpunkten aussehen müsste. Dazu gehört zuerst die Optimierung des bestehenden Netzes, das vielleicht damit ausreichen könnte. Bei Windenergie wird in der Region sehr schnell sehr viel gebaut. Dafür muss ein Netz mithalten können. (Anm: Am Ostermontag konnte jeder von erhöhten Standpunkten in Warburg sehen, dass bei den optimalen Windverhältnissen soviel Strom erzeugt wurde, dass 80-90 % der Anlagen abgeschaltet waren.) Als Lehre aus der Vergangenheit informieren Netzbetreiber jetzt in frühen Stadien über ihre Planungen und kommen dazu gern auf Einladung vor Ort. Im Kreis Höxter gibt es für die Stromübertragung zwar gute Nord-Süd-Verbindungen, aber keine einzige Ost-West-Leitung. Diese Höchstspannungsleitung seien für Strom das, was für den Verkehr die Autobahnen sind. Als Ebene darüber kämen im Rahmen der Energiewende noch Erdkabel zur Gleichstrom-Fernübertragung mit zwei parallelen Drähten von + 525.000 und -525.000 Volt. Darum geht es hier aber nicht, sondern um Masten, die im Durchschnitt 40-60 Meter hoch sind. Sie müssen 400 Meter Abstand von Siedlungsgebieten haben und 200 Meter von Einzelbebauungen. Die Berechnungen von TenneT werden von der Bundesnetzagentur überprüft. Diese rechnet auch selber und setzt pro Leiter 3600 Ampere an, TenneT rechnet mit 4000 Ampere. Aus den Berechnungen kann hervorgehen, dass Optimierung des bestehenden Netzes nicht ausreicht und die Ost-Westverbindungen zwischen den Umspannwerken Würgassen und Twistetal über Warburger Gebiet notwendig wird. Auf Nachfrage zur konkreten Trassenführung: TenneT mache eine Gebietsplanung erst, wenn über den Bau entschieden und der Auftrag an TenneT erteilt sei. Das wäre in etwa 2 Jahren.

380 kV Leitung von Amprion im Ruhrgebiet