Unsere Position zur Förderung der „Herlingihalle“ in Herlinghausen

Am Donnerstag, den 20. November 2025, befasste sich der Stadtrat Warburg mit einem Antrag zur finanziellen Unterstützung bei der Modernisierung und des Umbaus der „Herlingihalle“ in Herlinghausen.

Der engagierte Ortsvorsteher Alexander Neumann erläuterte, dass der Förderverein der „Herlingihalle“ die Einrichtung ehrenamtlich leitet und wies auf einen erheblichen Investitionsstau hin, der ohne städtische Hilfe nicht zu bewältigen ist. Konkret geht es um die Erneuerung der Fußböden im Eingangsbereich, der Wärmeisolierung und des Heizsystems.

Die Dringlichkeit des Antrags ergibt sich auch aus der Förderkulisse des Landes NRW: Es besteht die Möglichkeit, bis zu 65 % der Kosten, maximal jedoch 250.000 Euro, an Landesfördermitteln zu akquirieren. Diese Mittel müssen bereits im Februar 2026 beantragt werden, was eine zeitnahe Positionierung der Stadtverwaltung erfordert.

In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass die Stadt bereits in vielen anderen Ortsteilen Sanierungsmaßnahmen unterstützt hat und die Schaffung guter Treffpunkt-Bedingungen in den Dörfern von zentraler Bedeutung ist. Ebenso wurde die Gefahr benannt, dass ohne die zeitnahe Nutzung der Landesprogramme in den kommenden Jahren die gesamte Investition der Kommune zufallen könnte.

Die Fraktion der Grünen merkte an, dass der Abstimmungszeitpunkt Ende des Jahres 2025 ungünstig sei, da der Haushaltsplan für 2026 noch nicht verabschiedet wurde und somit der Überblick über die finanziellen Spielräume fehle. Ein Antrag der Grünen auf Verweisung in den zuständigen Fachausschuss, um eine gründlichere Prüfung vorzunehmen, wurde jedoch von der Versammlung (gegen die Stimmen der Grünen und der FDP) mehrheitlich abgelehnt.

Trotz dieser Bedenken wurde dem Antrag auf Zusage einer städtischen Förderung abschließend mit Mehrheit bei vier Enthaltungen (Drei Stimmen Grüne, Eine Stimme FDP) zugestimmt.

Die Position der FDP: Kosten-Nutzen-Verhältnis kritisch hinterfragen

Die FDP erkennt die Bedeutung der „Herlingihalle“ als zentralen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft (Mutter-Kind-Gruppen, Senioren, Jugendgruppen) von Herlinghausen an. Wir sind uns bewusst, dass ein lebendiges Dorfleben funktionierende Versammlungsstätten benötigt.

Dennoch sehen wir die Dimension der geplanten Investition kritisch:

  1. Die Gesamtsumme mit geplanten Gesamtkosten für die Renovierung beläuft sich auf ca. 585.000 Euro. Dies ist ein sehr hoher Betrag für eine Gemeinde mit lediglich rund 400 Einwohnern.
  2. Anteil der Stadt: Bei maximaler Landesförderung (250.000 Euro) und dem Eigenanteil des Fördervereins (gut 50.000 Euro) müsste die Stadt Warburg immer noch  254.000 Euro der Kosten tragen. In Anbetracht unserer gesamten Haushaltslage und der vielen notwendigen Investitionen in allen Ortsteilen ist dieser Betrag erheblich.
  3. Größe der Halle: Der Antrag umfasst vier unterschiedlich große Räume mit einer Gesamtfläche von 450 Quadratmetern. Diese Fläche erscheint im Verhältnis zur Einwohnerzahl von Herlinghausen als überdimensioniert. Wir müssen als Stadt sicherstellen, dass das investierte Kapital in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung steht.
  4. Eine alternative Planung unter der Prämisse, ob wirklich sämtliche Räume saniert werden müssen oder Räume, die tatsächlich nur sehr selten genutzt werden ausgenommen werden, könnte die Kosten vermutlich stark reduzieren.

 

Die Enthaltung unseres Ratsmitglieds bei der finalen Abstimmung spiegelt unsere Sorge um die Verhältnismäßigkeit der Kosten wider. Wir sehen die Notwendigkeit der Sanierung, mahnen aber eine konsequente Beurteilung der Notwendigkeiten und Kosteneffizienz an. Investitionen müssen sich nach dem tatsächlichen Bedarf richten und dürfen nicht zu einer unverhältnismäßigen Belastung des Gesamthaushalts führen.

Die FDP-Fraktion wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass öffentliche Gelder verantwortungsvoll eingesetzt werden. Wir unterstützen die ehrenamtliche Arbeit und das dörfliche Miteinander, fordern auch die Ausschöpfung von Fördermitteln ,die aus Steuergeldern bereitgestellt werden und deshalb effizient eingesetzt werden müssen, sowie eine kritische Überprüfung des Umfangs bei Projekten dieser Größenordnung. Wir werden die Umsetzung des Projektes und die Einhaltung der Kosten weiterhin aufmerksam begleiten.